Viele Langzeitarbeitslose profitieren wenig von der guten Stimmung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles hat deswegen am vergangenen Mittwoch ein Konzept für den Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit vorgestellt. Das Konzept berücksichtigt, dass die Gruppe der Langzeitarbeitslosen sehr heterogen ist – und gibt vielfältige Antworten für die Integration in den Arbeitsmarkt.
So würden bei Umsetzung des Konzepts Aktivierungszentren bei den Jobcentern für besonders schwer Vermittelbare eingerichtet, die gebündelte Unterstützungsleistungen aller örtlichen Akteure erbringen sollen (Sucht-, Schuldnerberatung, Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Krankenkassen und Träger von Rehabilitationsleistungen). Darüber hinaus sollen weitere Gelder aus ESF-Mitteln (Europäischer Sozialfonds) und Bundesmitteln für Lohnkostenzuschüsse zur Verfügung gestellt werden. Die Arbeitgeber sollen so dazu bewegt werden, Menschen, die seit mehreren Jahren arbeitslos sind, eine Chance am Arbeitsmarkt zu geben.
Dazu die Bundestagsabgeordnete Gabriele Katzmarek aus Rastatt/ Baden-Baden: „Mit 2,733 Millionen gab es im Oktober zwar so wenig Erwerbslose wie zuletzt vor drei Jahren, jedoch besteht weiterhin fester Sockel von Langzeitarbeitslosen von rund einer Millionen Menschen. Aus meiner Tätigkeit im Verwaltungssauschuss der Agenturen für Arbeit Karlsruhe und Mannheim weiß ich, dass es für einen Teil dieser Menschen extrem schwierig ist wieder in Arbeit zu gelangen. Sogenannte Vermittlungshemmnisse wie langwierige Krankheitsverläufe, alleine zu betreuende Kinder, schlechte Deutschkenntnisse oder eine Drogen- oder Alkoholhistorie stehen einer erfolgreichen Arbeitsmarktintegration im Wege. Menschen die – aus welchen Gründen auch immer – seit längerer Zeit keinen Erfolg am Arbeitsmarkt hatten, brauchen unsere Unterstützung. Auch in unserer wirtschaftsstarken Region mit geringer Arbeitslosigkeit gibt es Menschen, die trotz großer Bemühungen seit längerer Zeit arbeitslos sind. 2229 Menschen im Landkreis Rastatt und 961 Menschen in Baden-Baden erhielten im Oktober 2014 Leistungen aus dem SGB II, waren also so lange arbeitslos, dass sie keine Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung mehr erhalten oder haben noch nie in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt. Diese Menschen mit verbesserten Beratungsangeboten zu unterstützen oder mit einem Lohnkostenzuschuss an den Arbeitsmarkt heranzuführen, begrüße ich ausdrücklich.“