Wieder im normalen Arbeitsalltag

Veröffentlicht am 30.04.2015 in Wahlkreis

Modellprojekt „Passiv-Aktiv-Transfer“ hat sich bewährt

Die Aussicht auf eine Festanstellung lässt Herrn G. strahlen. In bewegenden Worten    schildert er dem Landtagsabgeordneten Ernst Kopp (SPD) wie sich sein Leben als schwer vermittelbarer Langzeitarbeitsloser mit Hilfe des Modellprojekts „Sozialer Arbeitsmarkt / „Passiv-Aktiv-Transfer (PAT)“ im Rahmen des Landesprogramms „Gute und sichere Arbeit“ verändert hat.

Trotz Anerkennung seiner ausländischen Berufsausbildung habe er durch Krankheitsausfälle, daraus resultierender fehlender praktischer Berufserfahrung und aufgrund noch nicht ausreichender Sprachkenntnis letztendlich keine Aussicht gehabt eine Arbeitsstelle zu finden, erläuterte der 49-jährige Bauingenieur aus Kasachstan.

Durch die Möglichkeit am PAT-Modell teilzunehmen, habe sein Leben 2013 eine Wendung erfahren. Man spüre wieder, dass man akzeptiert und gewollt sei. Zudem könne er jetzt seinen Lebensunterhalt für sich und seine Familie unabhängig von staatlichen Leistungen selbst bestreiten.

Um zu erfahren wie sich das im Herbst 2012 gestartete PAT-Modellprojekt in der Praxis bewährt, hatte der Landtagsabgeordnete Kopp um ein Gespräch bei der Rastatter Caritas gebeten, die vom Landkreis mit der sozialpädagogischen Betreuung beauftragt wurde.

Der Geschäftsführer Herr Rauscher und seine beiden Mitarbeiterinnen Frau Irina Kramer und Frau Manuela Bethge bewerteten das Modellprojekt sehr positiv. Die Verknüpfung von finanziellem Anreiz für die Arbeitgeber durch den Eingliederungszuschuss vom Jobcenter und dem Landkreis einerseits mit der sozialpädagogischen Betreuung andererseits sei für den Erfolg von immenser Bedeutung, betonten sie.

Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit dem Jobcenter habe man Firmen gefunden, die sich bereit erklärten, Praktikumsplätze anzubieten und sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse einzugehen.

Für Herrn Kanschin von der Gaggenauer Baufirma Grötz ist PAT eine Erfolgsgeschichte, da die sozialpädagogische Betreuung als „Brückenbauer“ für beide Seiten, Arbeitgeber wie Arbeitnehmer, ein Gewinn sei. Seine Firma habe selbstverständlich auch Forderungen an den neuen Mitarbeiter, sei es im sprachlichen Bereich wie auch im menschlich, sozialen Verhalten. Deshalb würden sie vor allem darauf setzen, dem Mitarbeiter nicht nur am Schreibtisch Arbeit zu übertragen sondern ihn vor Ort auf den Baustellen einzusetzen, damit er dort im direkten Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen praxisnah arbeiten könne.

Da er selber Migrationshintergrund habe, so Eugen Kanschin, könne er sich gut in die Situation einfühlen. Darüberhinaus motiviere dies auch, denn Begeisterung übertrage sich, fügte er hinzu, was auch von den anderen Gesprächsteilnehmern bekräftigt wurde.

„Ich habe es auch geschafft, dann schaffst du es ebenfalls.“

Das Modellprojekt sei auf die Förderung von acht Beschäftigungsverhältnissen ausgelegt, erläuterte Caritas-Geschäftsführer Norbert Rauscher. Bisher hätte es nur drei Abbrüche gegeben, aber schon einige Vermittlungen in feste Arbeitsverhältnisse. Die freiwerdenden Plätze würden immer sofort nachbelegt. Für diese gute Zusammenarbeit mit dem Jobcenter und dem Sozialamt sei man sehr dankbar, ergänzte Frau Kramer, die wie ihre Kollegin Frau Bethge jeweils vier Personen betreut. Zusammen mit dem Jobcenter und Sozialamt hätten sie ganz schön „geackert“, damit das Programm erfolgreich und schnell beginnen konnte. „Wir waren dafür die ersten in Baden-Württemberg, die mit diesem Modellprojekt gestartet sind“, fügte Herr Rauscher stolz hinzu.

Für den sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Ernst Kopp waren diese Erfahrungsberichte sehr interessant. Ihm sei es immer ein Anliegen von den direkt Beteiligten und Verantwortlichen ein „Feedback“ zu erhalten. „Mir ist es wichtig zu erfahren, wie die vom Land initiierten Programme oder neue Gesetze in der Praxis umgesetzt werden, wie sie sich bewähren, aber auch, um mögliche Verbesserungsvorschläge entgegenzunehmen.“

Er sei sehr erfreut, dass sich das PAT-Modellprojekt für die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse gerade durch die sozialpädagogische Betreuung und Begleitung als sehr wirksam und stabilisierend erwiesen habe. „Für mich ist heute ganz deutlich geworden, dass nicht nur für die Betroffenen die Unterstützung durch die Caritas sehr hilfreich ist, sondern auch die Arbeitgeber diese Brückenfunktion sehr zu schätzen wissen.“

Er werde sich dafür einsetzen, dass das Programm weiterhin durch das Land gefördert werde, so Kopp abschließend.

 
 

Homepage Ernst Kopp MdL

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